Seiner
Zeit voraus
Herbert Boeckl war dem Kunstsinn seiner Zeit immer weit voraus.
Erst im Nachhinein fanden viele seiner Werke die gebührende - auch internationale
Würdigung. So besteht eine krasse Diskrepanz zwischen der kulturpolitischen
Bedeutung, die Boeckl in der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts
einnimmt und seiner internationalen Bekanntheit.
Schon 1947 meinte der damalige Direktor der Albertina, Otto Benesch:
"Boeckl hat es seinen Zeitgenossen
nie leicht gemacht, seine Werke auf den ersten Blick zu verstehen und richtig
einzuschätzen. Auch die Freunde, die von frühen Jahren an seine Laufbahn
verfolgten, standen immer wieder verwirrt, überrascht, ratlos vor jeder
neuen Wendung, die seine Kunst genommen hatte, da alle Maßstäbe zu
ihrer richtigen Einschätzung zu fehlen scheinen. Dass da eine große
künstlerische Kraft am Werk ist, war allen Einsichtigen bald klar, doch
wie zu wissen ob sie nicht in die Irre ging?"