Kathrein-Kogel
(St. Kathrein)
1950, Aquarell/Papier
Graph. Sammlung
Albertina/Wien
Auch Boeckl war sich dessen bewusst, dass viele seiner Bilder ihre volle Wirkung auf die Betrachter und auch auf ihn selbst erst spät offenbarten:
"Der Künstler macht einen Fleck auf die Leinwand und gibt dann diesem Fleck unbewusst eine wesentliche Gestalt. Er weiß nicht, was dieser Fleck bedeutet. Er macht einen zweiten, dritten und vierten Fleck. Was es sein wird, weiß er noch lange nicht, aber was die Gestalt verlangt, erfasst er schon früh.
Er weiß nie, was er machen kann, sondern nur, was von ihm gefordert wird.
Das geht so das ganze Leben hindurch, bis zum Schluss. Nach vierzig Jahren sieht er seine Bilder vielleicht mit ganz anderen Augen, und selbst für die Umwelt sind seine Bilder ganz andere Bilder. Oft haben meine Kollegen, wenn sie meine Bilder gesehen haben, mich gefragt: `Wann ist das gemalt worden, das haben wir nie gesehen.` `Doch`, sagte ich, `das habt ihr schon gesehen, und in nicht zu verkennender Weise habt ihr eure Ablehnung bekundet - damals. `
Das Bild hat dann seine Wanderschaft angetreten, dreißig oder vierzig Jahre lang, bis es sich endlich seinem Besucher offenbart hat."

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