

Auch
Boeckl war sich dessen bewusst, dass viele seiner Bilder ihre volle Wirkung
auf die Betrachter und auch auf ihn selbst erst spät offenbarten:
"Der Künstler macht einen Fleck auf die Leinwand
und gibt dann diesem Fleck unbewusst eine wesentliche Gestalt. Er weiß
nicht, was dieser Fleck bedeutet. Er macht einen zweiten, dritten und vierten
Fleck. Was es sein wird, weiß er noch lange nicht, aber was die Gestalt
verlangt, erfasst er schon früh.
Er weiß nie, was er machen kann, sondern nur, was von ihm gefordert wird.
Das geht so das ganze Leben hindurch, bis zum Schluss. Nach vierzig Jahren sieht
er seine Bilder vielleicht mit ganz anderen Augen, und selbst für die Umwelt
sind seine Bilder ganz andere Bilder. Oft haben meine Kollegen, wenn sie meine
Bilder gesehen haben, mich gefragt: `Wann ist das gemalt worden, das haben wir
nie gesehen.` `Doch`, sagte ich, `das habt ihr schon gesehen, und in nicht zu
verkennender Weise habt ihr eure Ablehnung bekundet - damals. `
Das Bild hat dann seine Wanderschaft angetreten, dreißig oder vierzig
Jahre lang, bis es sich endlich seinem Besucher offenbart hat."