
Anatomie ist keineswegs eine grausige Darstellung des
Todes oder der Vergänglichkeit des Lebens, sondern
eine realistische Naturstudie, wie er es selbst betonte:
"Der Zeichner beachtet und beobachtet, ohne zu deuten. Nicht wofür
etwas steht, sondern das, was es selber ist, liegt an. Er möchte in Bildern
und Blättern herauslösen, worauf es ankommt."
Die Gruppe der Ärzte am Werk, die ganze unerbittliche
Apparatur der anatomischen Werkstatt sind zu einer Einheit gefügt, die
eine versöhnliche Leichtigkeit und etwas Beschwingtes haben fern von
Brutalität oder Makabrität.In einem Radiovortrag berichtet er 1935:
"Ich bekam einen so tiefen Einblick in Tod und Leben
und lernte in den vielen Zeichnungen, die ich von Toten gemacht habe, das
zufällige vom Wesentlichen unterscheiden. ... Nachdem ich die Anatomie
gemalt hatte, überkam mich eine große Verlassenheit."
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